Treffen der Giganten.

Mit seinem Beitrag zum Bau eines Riesenkrans hat RUD im wahrsten Sinne des Wortes an Statur gewonnen – und dabei einen Rekord erzielt.

Vielleicht will die Person an der Spitze noch höher hinaus. Schließlich waren es vor allem Ehrgeiz, die Freude am Wachstum und an neuen Herausforderungen, die ihn ganz nach oben gebracht haben. Die Möglichkeit, einen Beitrag zum Bau eines gigantischen Krans zu leisten, brachte RUD dazu, mit einem Rekord einen neuen Meilenstein zu setzen – und damit seine sprichwörtliche Kompetenz bei der Entwicklung hoch individueller Kundenlösungen zu unterstreichen.

Die Herausforderung.

Anfang 2017 erhielt die Maritime Division des weltgrößten Kranherstellers den Auftrag zum Bau eines riesigen Krans – des größten in der Unternehmensgeschichte. Mit einer maximalen Hubhöhe von 180 Metern überragt er sogar die Spitze des Kölner Doms (157 Meter). Der auf einem Schiff montierte Riesenkran wird für hoch anspruchsvolle Aufgaben bei Offshore-Anwendungen eingesetzt: im Öl- und Gassektor sowie bei der Montage und Demontage von Windparks.

Einen solchen Kran zu konstruieren ist keine einfache Aufgabe: Die Ingenieure haben den Kran so ausgelegt, dass er eine Last von rund 5.000 Tonnen bei einem Betriebsradius von mehr als 30 Metern hebt. Seine Auslegerlänge beträgt 160 Meter. Der Riesenkran wurde im Frühjahr 2019 ausgeliefert.

Eine Kuriosität: Um diesen Koloss zu bauen, musste eigens für dieses Projekt ein weiterer Kran mit einer Tragfähigkeit von bis zu 1.600 Tonnen entwickelt werden. Mit einer Höhe von 168 Metern war er nicht viel kleiner als sein großer Bruder. Die einzelnen Baugruppen für diesen Kran wiegen mehr als 300 Tonnen und müssen während der Fertigung um beide Achsen gedreht werden.

Die Lösung.

Keine leichte Aufgabe für die Ingenieure von RUD. Aber sie sind es gewohnt, große Herausforderungen anzunehmen. Das Ergebnis: der Anschlagpunkt RUD WBPG SL 250 t. Auch er ist ein Schwergewicht im XXXL-Format: Der Schwerlast-Anschlagpunkt wiegt rund 850 kg, weshalb er zu Montagezwecken selbst mit Anschlagpunkten ausgestattet werden musste.

Die größten Herausforderungen beim Heben stellten die asymmetrische Form einiger großer Bauteile dar – aber auch die Notwendigkeit, Anschlagpunkte in einer Höhe von bis zu 20 Metern anzubringen. Unter anderem wurden spezielle Adapterplatten (Abb. 1) gefertigt, um ein sicheres Anheben der Baugruppen zu gewährleisten. Für die vertikale Montage der Anschlagpunkte mit den erforderlichen Adaptern wurden spezielle Anschlagketten konstruiert (Abb. 2). Sie wurden mit fein einstellbaren Längenadaptern ausgestattet, um eine präzise Ausrichtung der Anschlagpunkte zu ermöglichen.

Eine solide Konstruktion – schnell geliefert.

Schon im Februar 2018 – wenige Monate nach der Auftragserteilung im November 2017 – wurden die ersten vier Anschlagpunkte ausgeliefert. Neben den mitgelieferten Schrauben der Güteklasse 10.9 M 48 x 160, die im Lieferumfang enthalten sind, erhielt der Kunde weitere 48 Schrauben des Typs M 48 x 300 mit Bundmuttern. Für die Montage des Anschlagpunkts am Adapter (Abbildung 1) sind Durchgangsbohrungen vorgesehen – und zwar für 300 mm lange Schrauben.

Ein Meilenstein in der Geschichte der RUD Anschlagpunkte.

Der erste Hebevorgang mit dem stärksten kugelgelagerten Anschlagpunkt, den RUD Ketten jemals hergestellt hat, fand am 15. März 2018 statt. Die Ladung wog 170 Tonnen. Für alle beteiligten Mitglieder des RUD-Teams war es ein großer Moment. Die Idee, einen einzigartig innovativen Anschlagpunkt zu schaffen, der solchen hohen Anforderungen gerecht wird, hatte ihnen schon seit Jahren vorgeschwebt. Bislang hatte es aber am Markt keine Nachfrage dafür gegeben. Nun ist die Umsetzung dieses außergewöhnlichen Projekts zu einem weiteren Meilenstein in der Geschichte der RUD Hebepunkte geworden. 

Die Hebevorgänge, die folgten, umfassten Lasten von bis zu 300 Tonnen. Die Rätsel, die ein solches Projekt unweigerlich aufgibt – zum Beispiel Bolzen, die sich aufgrund extremer Kräfte und eines Anzugsmoments von 6.000 Nm nur schwer bewegen ließen –, ließen sich mit der Erfindergabe des erfahrenen Zulieferers lösen. Die RUD Spezialisten fanden hier mit viel Kreativität und Ausdauer unkonventionelle Lösungen.

Der Anschlagpunkt WBPG SL 250 t überzeugte den Kunden nicht nur durch seine außergewöhnlich hohe Belastbarkeit, sondern auch durch seine besondere Konstruktion. Ein Folgeauftrag für vier weitere WBPG SL 250 t sowie Anfragen für die Ausführungen WBPG 85 t und WBPG 100 t liegen schon vor.