Direktzurren.

Beim Direktzurren werden hauptsächlich zwei Zurrarten unterschieden: Schrägzurren und Diagonalzurren. Das Diagonalzurren kommt dabei mit Abstand am häufigsten zum Einsatz. Deshalb legen wir auf diese Art des Direktzurrens hier den Fokus.

Diagonalzurren.

Das Diagonalzurren ist grundsätzlich dem Niederzurren vorzuziehen, da dabei keine besonderen statischen Vorspannkräfte aufzubringen sind. Die Zurrmittel/Zurrpunkte sind im Gegensatz zum Niederzurren nur mit einer leichten Vorspannung beaufschlagt. Die Zurrmittel werden nur dann höher belastet, wenn die Kräfte infolge einer starken Bremsung, des Anfahrens oder einer intensiven Kurvenfahrt auftreten.

Beim Diagonalzurren müssen unbedingt einige Besonderheiten beachtet werden. Dabei geht es um die Anordnung und Lage der Zurrstränge zu den jeweiligen Belastungsrichtungen. Beim Diagonalzurren müssen zwei Winkelebenen (horizontal und vertikal) berücksichtigt und damit zwei Winkeldefinitionen vorgenommen werden. Die beiden Abbildungen sollen eine klare Definition der zu berücksichtigenden Winkel erleichtern.

Horizontalwinkel β

Vertikalwinkel α

Die Winkel α und β gehen entscheidend in die Berechnung ein. Der Winkel β ist der horizontale Winkel zwischen einer gedachten Geraden vom Zurrpunkt in Richtung Führerhaus und dem Kettenstrang. Der Vertikalwinkel α ist der Winkel zwischen Ladefläche und dem Kettenstrang. RUD Ketten bietet eine einfach zu bedienende Berechnungshilfe mit Winkelmesser an, die die Bestimmung der Winkel α und β zum Kinderspiel macht.

Mit dieser Berechnungshilfe können Sie sehr schnell und sicher die richtige Zurrkette auswählen. Wird β sehr klein, tritt bei der Kurvenfahrt eine sehr hohe Belastung des Zurrmittels auf. Wird β sehr groß, tritt beim Bremsen/Beschleunigen eine sehr hohe Belastung auf. Idealerweise beträgt β zwischen 20° und 45°.

Im Extremfall (bei Winkel β = 90°) würde theoretisch eine unendlich hohe Kraft im Zurrmittel auftreten. Daran soll veranschaulicht werden, dass eine extreme kreuzweise Verzurrung als Sicherung in Fahrtrichtung – wie oft an Baufahrzeugen oder Walzen zu sehen – die ungünstigste Art einer Ladungssicherung in Fahrtrichtung darstellt.

Bei einem Winkel α ist die optimale Zurrmittelkraftausbeute zwischen 0° und 30° gegeben. Mit größer werdendem Winkel α erhöht sich auch die Belastung des Zurrmittels, bei einem Winkel von 90° theoretisch bis ins Unendliche.

Berechnungsbeispiel:

Bagger
m = 18.000 kg ≈ 18.000 daN = G
Vertikalwinkel der Zurrstränge: α = 10°
Horizontalwinkel der Zurrstränge: β = 40°
Anzahl der wirksamen Zurrketten in jeweiliger Richtung:  n = 2
Reibungskoeffizient µ verschmutzte/vereiste Holzladefläche: µ = 0

Der Reibungskoeffizient µ des Baggers auf der verschmutzten Holzladefläche wird vernachlässigt und in der ersten Berechnung nicht berücksichtigt. Die Formel für das notwendige Zurrmittel mit der zulässigen Zurrkraft (LC = Lashing Capacity) heißt:

cos 10° = 0,984
cos 40° = 0,766
cx Beschleunigungsfaktor in Fahrtrichtung = 0,8; entgegen Fahrtrichtung = 0,5

Für den Bagger mit einem Gewicht von 18.000 kg ≈ 18.000 daN und der aufgezeigten Zurranordnung muss also ein Zurrmittel gewählt werden, dass mindestens die zulässige Zurrkraft von 9.550 daN besitzt.

Dies wäre eine RUD ICE-Zurrkette mit einer Nenndicke von 10 mm.